A taste of India

 
23Sept
2013

Hitzeschlag

Impressionen auf der Raststätte: ,,Ich will nach Hause. Ist mir scheiß egal, ob ich Wollsocken anziehen muss. Hauptsache ich kann atmen."

,,Ich will ne kalte Pepsi und Seife."

23Sept
2013

Auto fahren auf dem Highway

Ich: ,,Wem gehören die Trauben in der Plastiktüte? Es kommen schon die Fliegen."

Ramona: ,,Keine Ahnung, wirf aus dem Fenster."

Ich: ,,Und jetzt aufpassen, dass die Tüte nicht im Gegenverkehr landet und ordentlich fliegt. :-D"

 

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19Sept
2013

Auf Reisen

Bin seit Sonntag auf Bustour durch den Süden und zurzeit in Kerala. Ausführlicher Bericht am Sonntag, wenn ich wieder in Tamil Nadu bin.

12Sept
2013

Hypochonder

Fühle mich wie Sissi in ,, Schicksalsjahre einer Kaiserin". Liege im Liegestuhl auf der Dachterrasse. Leicht kränklich. Die Tageszeitung neben mir, etwas Schatten, ein bisschen Sonne. Kaffee, Tee oder soll ich lieber einen Kräutertee "bestellen"? Der Unterricht ist auf nachmittags verschoben, weil Strom- und Wasserausfall angesagt wurde. 

Fühle mich fiebrig. Zeitung aufgeschlagen: Dengue Fieber in Madurai. Oh nein! Gott sei Dank sind wir erst nächste Woche da. Zeitung wieder zu.

Erstmal Tee. Wann kriegen wir immer unseren leckeren Saft? Felix liegt neben mir. Zieht sich die Schlafmaske über und fragt, ob wir ihn zum Mittagessen wieder wach machen. Machen wir. 

J.P. geht auf Etage 1 der Dachterrasse (wir liegen eine höher) und schaut nach Saft. Zu früh. Tea time um 11 Uhr, Saft gegen 13 Uhr.

Unten weitere Kranke. Desikan hat Tabletten mitgebracht. Gegooglet: Schmerztabletten gegen Krebs. Lieber nicht. Aber lieb, dass er an uns denkt.

Ulrike kommt aus Pondicherry zurück. Unterricht fällt aus. Sie hat die Pest. (Anmerkung: Liest ein Buch, das im Mittelalter spielt und erkennt erste Anzeichen bei sich selbst. ;) )

 

10Sept
2013

Von Reis bis Tom Cruise

Vor zwei Tagen waren wir Mädels mit Desikan und Felix auf dem Reisfeld. Das war eine tolle Erfahrung. Sind über die Felder balanciert, haben Ausschau nach Schlangen gehalten, gesehen, wie dieser angebaut wird, aufgepasst nicht hinzufallen und saßen bis zum Sonnenuntergang mit den Füßen in der Bewässerungsanlage und haben gelacht und gequatscht.

Gestern waren wir auf einem Tempelfest mit Parade durch das Dorf. Auf der Einladung stand 17 Uhr. Als wir da waren, waren wir allerdings die einzigen. Eine Lektion, die mir nach fast eineinhalb Wochen Indien immer noch nicht so recht bewusst ist. Pünktlichkeit gibt es nicht. Wieder zurück. 18 Uhr wieder hin, immer noch nichts. 19 Uhr wieder hin und zurück. Nichts. Obwohl doch. Wir haben geweihtes Essen im Tempel bekommen und ich bin in die Fettnäpfchenfalle gefallen... Das Essen war nicht schlecht, aber irgendwie nicht meins. Also wieso nicht was gutes tun und mein Schälchen mit Süßkram in Form von irgendwas eingematschten und Kichererbsen eines der Kinder geben. Soweit so gut, hätte das Kind nicht gedacht, dass ich mit der Geste meine, dass es mir seinen Brei auch noch in die Schale schmeißen soll. Mein schlechtes Gewissen war riesig, aber die Kommunikation funktionierte einfach überhaupt nicht und ich wurde meine geweihte Speise nicht mehr los. Neue Plan also: Schnell nach Hause und es den beiden Kindern in unserm Haus geben. Vergessen, dass die Mutter Muslima ist und auch nichts mit geweihten Speisen anfangen konnte und wir uns auch nur mit Händen und Füßen verstehen können. Ich also auf Englisch versucht und ihr meine Schale vor die Nase gehalten, sie ein fragendes Gesicht. Die Kinder as well. Lösung. Stolpern. Die Hunde waren große Kichererbsenfans.

21 Uhr nächster Versuch zum Fest. Herzinfarkt wegen Knallern bekommen. Neuer Plan. Zurück zur Dachterrasse. Hängematte und Bier und warten bis die Parade an unserm Haus vorbeikommt. Es war schön. Eine tolle Stimmung auf den Straßen und wir hatten eine super Aussicht auf das Fest und das Feuerwerk. Zeitgleich haben wir uns auch ein bisschen wie im Buckingham Palast gefühlt. Die Leute winkten, wir winkten zurück.

Heute nach dem Unterricht dann Auroville. Kam mir vor wie in einer Sekte. Auroville ist ein Aussteigerdorf und es geht los mit video auditing. Habe an Tom Cruise denken müssen während ich mit meinem Handy gespielt habe und auf Teufel komm raus den spirit nicht fühlen konnte. Aber was solls, war cool mal gesehen zu haben.

Die Rückfahrt mit dem Bus war für mich schrecklich. Ein Schlagloch nach dem anderen und fürchterlicher Verkehr. Habe mir vorgenommen nie mehr nach vorne zu gucken.

09Sept
2013

Good morning India

Stromausfall, kein Wasser wegen Sabotage-Akt an unserer hauseigenen Wasserversorgung, seit vier Uhr morgens lautstarke indische Musik von draußen mit ab und zuen Kuh muhen.

Auf die Frage,  wie lange diese denn noch laufen wird... Ein strahlendes Gesicht: ,, Bis heute Abend!"  - Ah ok. No problem.

08Sept
2013

Wochenende

Heute ist unser neunter Tag in Indien und wir chillen gerade auf der Terrasse. Haben gestern auf die Frage "und was machen wir morgen?" die Anweisung bekommen nicht so hyperaktiv zu sein und einfach mal nichts zu tun. Also machen wir heute nichts. Vor drei Tagen hat die Regenzeit begonnen und es sind 37 Grad bei 100% Luftfeuchtigkeit. Erinnert an ein Tropenhaus im Zoo.

Unser Wochenende:  Land unter Wasser    indisches Frühstück    

Freitag Abend sind wir in näherer Umgebung auf ein Dalitfest gegangen. Dalits sind eine Kaste an Menschen, die auch als die Unberührbaren bezeichnet werden und in vielen Teilen des Landes diskriminiert werden. Dort angekommen standen wir sehr im Mittelpunkt des Geschehens und mussten hunderte von Foto machen. Die Kinder waren total süß und anhänglich und von jeder Seite kam "Madam, one picture please". Nach 10 Minuten wurde es allerdings anstrengend. Weitere 10 Minuten später folgte ein riesen Gewitter, wir sprungen alle in den Bus und entdeckten durch Zufall ein Haus von Transfestiten, die einen Beauty-Contest an dem Abend hatten und uns zum Tee einluden. Unsere Jungs wurden umschwärmt, bekamen Heiratsanträge, wehrten sich gegen Küsse, unser Fahrer und Desikan, unser indischer Aufpasser und Mann für alle Fälle, waren nicht so begeistert bzw. fühlten sich unter den ganzen Damen sagen wir nicht soooo wohl (so zumindest der Eindruck), wir Mädels hatten jedoch unseren Spaß. Kurzfristig, sagen wir... bis wir die Krabbeltiere auf dem Tuch entdeckten auf dem wir saßen. Fingen an das Spiel zu spielen "Fixiere einen Punkt und du siehst einen Parasiten". Weitere 10 Minuten später holten wir das Desinfektionsgel raus. Weitere 10 Minuten später gingen wir.

Auf dem Weg zurück hielten wir an einem Restaurant an und waren mega froh, dass wir uns die Hände mit dort ausgelegten Pulver-Waschmittel waschen konnten (wer braucht schon Seife).

Zu Hause angekommen der nächste Schock. Unser Zimmer steht unter Wasser. Egal. Erstmal duschen und die Klamotten alle in die Wäsche schmeißen. Prioritäten setzen at it's best. Zwei volle Wasser-Eimer später und akuter Ausrutschgefahr war das Problem schließlich auch wieder gelöst.

Gestern waren ein paar von uns in Pondicherry shoppen. Nach wie vor finde ich die Stadt unheimlich voll und anstrengend. Was lustig ist, wie geizig man hier wird. Ein Oberteil kostet ca. 2,50 Euro. Ich kaufe es. Ein paar Läden weiter finde ich ein neues und schöneres für 1,70 Euro und ärgere mich, dass ich für das erste so viel Geld ausgegeben habe und was das doch für eine Abzocke war.

Abends war es wieder am Regnen und innerhalb von 10 Minuten drei Handtücher durchnässt, die wir in die Türrillen gestopft haben. Desikan hat uns allerdings gerettet und einen Teppich zum Abfangen nach draußen gelegt.

 

Heute morgen dann ein riesen Festmahl. Europäisches Frühstück. Brioche, Nutella, Marmelade, Käse, Eier. War irgendwie schön.

 

Zum Schluss ein paar Bilder unseres Wochenendes.

06Sept
2013

Korkkadu

                  

05Sept
2013

Forever young

,,Irgendwann wird es hier noch knallen."

,, Wieso?"

,,Weil das normal ist. Auf jeder Klassenfahrt knallt es mal."

,,Stimmt. Fühl mich wie 16."

,,Ja, wir trinken heimlich Whisky-Cola."

04Sept
2013

Wohnen, Unterricht, Tiere

Heute schreibe ich mal ein paar Dinge zum Tagesablauf hier.

Wir wohnen in einem ziemlich großen Haus und teilen uns jeweils zu zweit ein Zimmer, dass mit einem Badezimmer mit westlichen WC ausgestattet ist. Um 08 Uhr gibt es Frühstück, so dass die Möglichkeit besteht vorher Sport zu machen. Im Garten ist ein kleines Häuschen mit Fitnessgeräten und die nächsten Tage soll auch ein Yogalehrer vorbeikommen. Ansonsten ist es auch möglich in ein Freibad zu fahren, was ich morgen ausprobieren werde. Dafür müsste man allerdings um 06.15 Uhr hier los.

Der Unterricht beginnt um 09.30 Uhr und beinhaltet drei Vorlesungen am Tag, die bis 14 Uhr gehen und mit einer Kaffee- oder Teepause und einer Saftpause unterbrochen werden.

Nach dem Mittagessen steht der Tag zur freien Verfügung. Aufgrund der Hitze kann man allerdings bis 17 Uhr rum nicht viel machen. Selbst im Schatten ist es recht anstrengend, so dass die meisten schlafen oder im Zimmer unterm Ventilator legen. Ich habe heute die Hängematte auf der überdachten Dachterrasse für mich entdeckt.

Um 20 Uhr gibt es dann Abendessen und ich würde sagen und wir bleiben alle bis etwa 2 Uhr nachts wach.

 

Das Essen wird aus verschiedenen Restaurants geholt und ist sehr traditionell. Alle Mahlzeiten sind warm und ich weiß zwar nicht, was ich esse, aber es ist vegetarisch, sehr lecker und leicht. Gegessen wird nicht von Tellern, sondern von Bananenblättern und es gibt auch kein Besteck. Die linke Hand darf außer zum Trinken nicht benutzt werden, so dass alles mit der rechten Hand passiert. Auch darf man nicht abbeißen, sondern muss alles in kleine Häppchen zermatschen, da Speichel als unrein gilt. Am Anfang fand ich es schwierig, aber wir haben hier nun mal kein Besteck und müssen uns anpassen. Genauso ist es mit dem barfuß gehen...im gesamten Haus und im Garten dürfen wir keine Schuhe tragen. Da ich ja ein ziemlich großer Pingel bin, ist es irgendwie eine totale Erfahrung und auch Ueberwindung für mich und sehr ungewohnt alles. Habe das Glätteeisen und die Schminke schon in den Koffer gepackt...

Was sehr cool ist, dass unsere Wäsche jeden Tag gewaschen und gebügelt wird und auch die Zimmer sauber gemacht werden. Das hatte ich nicht erwartet. Es ist unangenehm so bedient zu werden, aber Ulrike meinte, dass wir uns da keine Gedanken machen sollen, denn die Leute werden von ihr dafür bezahlt und wir würden ihnen eine Aufgabe nehmen, würden wir es nicht wollen. Hängt auch mit dem Kastensystem glaube ich zusammen, soweit bin ich aber noch nicht.

Zum Thema Tiere. Sie sind überall. Ameisen, Frösche, Spinnen, Raupen, Tausendfüssler, Mücken, Gekos (auch im Zimmer) und sie kommen aus jeder Ecke und man muss schon aufpassen bzw. seinen Ekel und seine Angst (sollte man sie haben) überwinden.

 

 

 

 

 

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